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Kongress für Führungskräfte & Jugendleitungen

Die soziale Bedeutung von Vereinen ist auch in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts ungebrochen. Gerade unsere Musikvereine sind wichtige Eckpfeiler unserer Gesellschaft. Damit sie es auch in Zukunft bleiben, müssen sich die Verantwortlichen heute den neuen Herausforderungen einer sich immer schneller wandelnden Gesellschaft stellen.Geldnot und Mitgliederschwund, verändertes Freizeitverhalten und verstärkter Individualismus zwingen nicht nur Musikvereine mehr und mehr, ihre Strukturen zu überdenken und zu modernisieren. Public Relations, Künstlersozialversicherung und Kinderschutz dürfen heute auch im Ehrenamt keine Fremdwörter mehr sein, wenn es darum geht, einen Verein professionell zu führen.

Im Zweijahres-Rhythmus greift der Kongress in Geiselwind zum einen aktuelle Themen rund um die Vereinsarbeit / Jugendarbeit auf und gibt zum anderen Hilfen und Denkanstöße für eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Vereinsarbeit. Gleichzeitig soll durch die Teilnahme zur ehrenamtlichen Mitarbeit im Verein motiviert werden.

Die Teilnehmenden können durch die Auswahl verschiedener Module ihren persönlichen Stundenplan zusammenstellen.

Kongress am 21.01.2017 in Geiselwind

Vom Jugendschutz bis zur Raumakustik - Gut 130 Teilnehmer beim 5. Kongress des Nordbayerischen Musik-bunds und der Nordbayerischen Bläserjugend

„Super Themen, super Dozenten“, „Toll organisiert“, „Alles super“: Fast durchwegs positiv fiel die Rückmeldung der gut 130 Teilnehmer am 5. Kongress für Führungskräfte und Ju-gendleitungen in Musikvereinen aus. Der Nordbayerische Musikbund (NBMB) und die Nordbayerische Bläserjugend hatten nach Geiselwind eingeladen, um einen Tag lang über Themen vom Jugendschutz bis zur Raumakustik zu informieren.

„Wir haben viel Neues erfahren“, freute sich die vierköpfige Abordnung der Rossfelder Mu-sikanten, die zum ersten Mal einen Kongress des NBMB besucht hat. Eine Jugendleiterin holte sich „viele Anregungen“ für neue Gruppenspiele bei den Probewochenenden, die die Rossfelder regelmäßig anbieten. Ein anderer Musiker informierte sich über Aufsichtspflicht und Jugendschutz. Denn das, meinte er, sei ein sehr komplexes Thema, mit dem man sich viel beschäftigen müsse.

Referent Philipp Spieß stellte dieses Thema als Elefant dar, weil es ebenso riesig sei und man den gleichen Respekt davor habe. Er erklärte, dass jugendliche Aufsichtspersonen die gleichen Rechte und Pflichten wie ihre erwachsenen Kollegen hätten. Im Fall einer Auf-sichtspflichtverletzung haften jedoch deren Eltern. Die müssen deshalb einverstanden sein mit dem Engagement ihrer Kinder.

Die Rossfelder besuchten zudem die Rhetorik-Module zu Verhandlungsführung und Kon-fliktgesprächen. Denn heutzutage müsse man entsprechend aufgestellt sein, weil man vie-len Professionellen gegenüberstehe, meinten sie. Karl Bosch zeigte mit einem Überra-schungs-Ei einprägsam auf, dass eine Verhandlung besser gelingt, wenn man Sach- und Beziehungsebene trennt, auf Interessen statt Positionen achtet und Entscheidungsalterna-tiven entwickelt.

Außerdem gab er den Führungskräften und Jugendleitern Verhandlungstricks wie Anker setzen, Entgegenkommen und Fairness, aber auch Antworten auf schmutzige Tricks an die Hand. Gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeitete er, wie man gut mit Verhandlungspart-nern umgeht, die alles besser wissen, Dinge verallgemeinern oder sich dumm stellen.

Neben den bereits traditionellen Kongressthemen wie Vereinsverwaltung, Versicherungs-schutz und Pressearbeit gab es Tipps zur Verbesserung der Raumakustik mit Holz und Stoff und die Möglichkeit zu Einzelgesprächen parallel zu den Modulen. Außerdem hatten der NBMB und die Nordbayerische Bläserjugend Referenten zu sozialen Medien und ihrem Nutzen für die Vereins- und Öffentlichkeitsarbeit sowie zur Prävention vor sexualisierter Gewalt im Verein eingeladen.

Marlies Fischer und Ute Staufer vom Notruf Bamberg zeigten bei letztgenanntem Modul anhand eines Fragebogens auf, wie unterschiedlich Situationen wahrgenommen und da-nach bewertet werden, ob sie eine Grenzverletzung darstellen oder nicht. Betroffen zeigten sich die Teilnehmer davon, dass 85 Prozent der Täter aus dem nahen sozialen Umfeld der Kinder stammen.

Wenn Vereine in einer heterogenen Gesellschaft Nachwuchs gewinnen wollen, müssen sie Kinder und Jugendliche beständig einbinden, meinten der Verbandsgeschäftsführer Andreas Kleinhenz und Roland Preußl in ihrem Vortrag. Dazu müsse man den Nachwuchs nach sei-ner Meinung fragen, ihm Verantwortung übertragen und ihn in Entscheidungen einbeziehen.

Kleinhenz hatte bei der Eröffnung bereits auf den nächsten Kongress 2019 hingewiesen, für den die Teilnehmer Themenwünsche äußern konnten. Dann werden voraussichtlich auch die Rossfelder Musikanten wieder mit von der Partie sein – und die Teilnehmer, die „tolle Veranstaltung, Danke!“ rückgemeldet haben.

Von: Daniela Hollrotter, Pressebeauftragte des NBMB