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Interessantes bis zum Jahr 2013

2007

Bläserklassen - Camp 17. - 20. 05.2007 in Unterpleichfeld

Die Bläserklasse ist ein auf zwei Jahre angelegtes Unterrichtskonzept, das in den letzten Jahren bei Musikvereinen und Schulen immer größeren Anklang findet. Neben dem Instrumentalunterricht bei Fachdozenten, baut das pädagogische Konzept der Bläserklasse auf das Gruppenmusizieren mit Orchesterblasinstrumenten auf. Jede Musikerein und jeder Musiker trifft sich von Anfang an einmal wöchentlich zur Gesamtprobe. Bereits ab der ersten Unterrichtswoche bilden die Kinder in der Bläserklasse ein komplettes Orchester.

Das Bläserklassen-Camp ermöglichte es Kindern und Jugendlichen aus dem gesamten Bundesgebiet, gemeinsam zu musizieren, sich kennenzulernen und sich auszutauschen. Außerdem wurde ihnen eine Plattform geboten, ihr Können erstmalig einem größeren Publikum vorzustellen. Die teilnehmenden Kinder waren zwischen sechs und fünfzehn Jahren alt. Ein Instrument spielen sie erst seit ein bis zwei Jahren.

Das Camp begann am Freitag mit einem bunten Kennenlernabend. Ein Bauchredner, ein Zauberer und ein Animateur brachten die Kinder in die richtige fröhliche Stimmung. Kommt man am Samstagmorgen in die Turnhalle der Grund- und Hauptschule Unterpleichfeld, erwartet einen ein quirliges Treiben. Während einige Kinder noch frühstücken, haben andere bereits die Sportgeräte wie Seile, Matten und Bälle für sich entdeckt. Eine Anspannung ist nicht zu spüren, obwohl sogleich der Wettbewerb beginnt.

Vor einer unabhängigen Jury treten neun Bläserklassen am Samstagvormittag zum Wertungsspiel an. Peter Vierneisel, Chefdirigent des Polizeiorchesters Brandenburg, und Alexandra Bermel, stellvertetende Bundesvorsitzende der Deutschen Bläserjugend, bewerten die am Wettbewerb teilnehmenden Bläserklassen nach Zusammenspiel, Intonation, technischer Ausführung und Bühnenpräsenz.

“Die Vorteile des Konzepts Bläserklasse überwiegen” meint Jürgen Kunkel, Dirigent der Bläserklasse “Rasselbande Waldzell”, einer der im Wettbewerb teilnehmenden Bläserklassen. “Dadurch, dass die Kinder bereits von Anfang an zusammen musizieren, entsteht eine richtige Gemeinschaft. Sie unterstützen sich gegenseitig.” Die Bläserklasse Rasselbande eröffnete den Bläserklassenwettbewerb. Aufgeregt waren seine Schützlinge am Morgen schon, schließlich sei es für die Kleinen der erste Wettbewerb gewesen. Später, beim Musizieren, war davon nichts zu spüren. Die Wertungsstücke konnten sich die Bläserklasen frei wählen. “Bei den Auftritten der Bläserklassen merkt man, dass die Jugendlichen locker und mit viel Spaß bei der Sache sind”, fand Alexandra Bermel.

Nachdem die Kinder sich ihrem wohl ersten musikalischen Wettbewerb gestellt haben, konnten sie sich beim angebotenen Rahmenprogramm der Kreisbläserjugend Würzburg so richtig austoben. Neben dem Sportgelände der Schule sowie diversen Spielen stand auch ein “Bullriding” zur Verfügung, welches bei den Kindern großen Anklang fand. Kreativ zeigten sich die Kinder beim Gestalten ihrer eigenen Bläserklassen-Fahne, die nun wohl den Proberaum aller Bläserklassen ziert.

Richtig spannend wurde es, als sich alle Bläserklassen-Kids zur Gemeinschaftsprobe in der Mehrzweckhalle trafen: “Wo darf ich mich hinsetzen?”, “ich habe keinen Notenständer!”, “gibt es noch Noten für meine Stimme?” – unzählige Fragen sorgten bei den Jungmusikern zunächst für Aufregung. Nachdem alle Probleme gelöst waren, stellten sich Kurt Mitländer (Dietrich-Bonhoeffer-Realschule Neustadt/Aisch), Mareike Wütscher (Bläserklasse Wittighausen) und Dominik Sitter (Bezirksbläserjugend Unterfranken) der Herausforderung, die Vielzahl der Musiker durch ihr Dirigat zu vereinen. Es war ergreifend, welche Klangwolke sich da in der Mehrzweckhalle aufgebaut hat.

Den Abschluss des Abends bildete die Newcomer-Band “Fiatonic” aus der Rhön. Die Band-Mitglieder, selbst fast im Alter der Camp-Teilnehmer, überzeugten durch fetzige Rockmusik. Erst nachdem jedes Kind ein Autogramm ergattert hatte, durfte sich die Band von der Bühne verabschieden.

Absoluter Höhepunkt des Bläserklassen-Camps war das Abschlusskonzert am Sonntagmorgen auf der Zukunfts-Musiker-Jugendcamp-Showbühne auf dem Oberen Markt in der Würzburger Innenstadt. Dort musizierten die 240 Teilnehmer des Camps gemeinsam und bildeten so die wohl bisher größte Bläserklasse.

2012

Radltour durch das Verbandsgebiet vom 05. - 19.08.2012

„Wir sind am Ziel angekommen“ formulierte einer der Teilnehmer der Jubiläumsfahrt der Nordbayerischen Bläserjugend in Regensburg. Unter dem Motto „Wir radeln im Tritt – mach mit!“ startete die Tour durch das gesamte Verbandsgebiet am 5. August in Bischofsheim in der Rhön. Nach der rund 570 Kilometer langen Fahrt durch 16 Landkreise und vier Bezirksverbände kamen die Radler am 19. August im oberpfälzischen Regensburg an. Die Einfahrt in den Prüfeninger Schlossgarten krönte eine lange, abwechslungsreiche Reise. Hier wurden die jungen Radler von flotten Märschen der Ramspauer Musikanten und unter begeistertem Beifall von Ehrenpräsident Dr. Adolf Eichenseer, Kreisvorsitzendem Lothar Hartl und Teilen seiner Vorstandschaft sowie jubelnden Zuschauern empfangen. Ihr Ziel erreicht haben Bläserjugend-Vorsitzender Stefan Wolbert und Geschäftsführer Andreas Kleinhenz, das Gründungsjubiläum „über mehrere Tage hinweg, an vielen Orten und mit vielen musikalischen und freundschaftlichen Begegnungen“ zu feiern.

Hintergrund für diese Fahrt auf „Drahteseln“ war das 20-jährige Bestehen der Nordbayerischen Bläserjugend. Dieses wurde am 27. und 28. Oktober in der Konzert- und Kongresshalle Bamberg, dem Gründungsort beider Verbände, zusammen mit dem 60. Geburtstag des Nordbayerischen Musikbundes gebührend gefeiert. Als Schirmherr konnte Ministerpräsident Horst Seehofer gewonnen werden.

60 - jähriges Jubiläum des Nordbayerischen Musikbundes vom 27. - 28.10.2012 in Bamberg

Es begann mit dem sinfonischen Werk „Fiskinatura“ und endete mit einem Marsch von Julius Fucik: Zwei Tage lang feierten der Nordbayerische Musikbund (NBMB) und die Nordbayerische Bläserjugend ihre Jubiläen in ihrer „Geburtsstadt“ Bamberg. Hunderte von Zuhörern erlebten in der Konzert- und Kongresshalle Blasmusik höchster Qualität in allen Facetten und Altersstufen – mit Höhepunkten wie dem Auftritt des Weltklasse-Perkussionisten Peter Sadlo. Klein und Groß genossen aber auch Spiel, Spaß und Spannung, unter anderem mit Pierre Ruby und seiner frechen, immer hungrigen Herzensdame Amanda.

Wie ein Derwisch wirbelte Peter Sadlo beim Gala-Konzert über Pauken und Marimbaphon und begeisterte damit die Zuhörer im voll besetzten Joseph-Keilberth-Saal. Aber auch der jüngste Spross des 60-jährigen NBMB, die Nordbayerische Brass Band glänzte bei ihrem Debut unter Mathias Wehr mit ebenso anspruchsvollen wie perfekt vorgetragenen Werken.

Die Vielfalt in der NBMB-Familie mit ihren 45 000 Musikern in 900 Kapellen und Ensembles zeigte sich aber auch im Auftritt des „musikalischen Aushängeschilds“ Nordbayerisches Jugendblasorchester unter Dirigent Ernst Oestreicher. Wie modern und fetzig Spielleutemusik heute klingt, verdeutlichte das Nordbayerische Spielleuteorchester unter Christoph Ahlemeyer.

Zuvor hatten die Zuhörer den ganzen Tag über die Wettbewerbe in der sinfonischen und böhmisch-mährischen Stilrichtung verfolgt. Die vielen hochkarätigen Gäste aus Politik, Verbänden und Musik – darunter der Präsident des Bayerischen Musikrats, Dr. Thomas Goppel, sowie die Komponisten Rolf Rudin und Stephan Adam – zeigten NBMB-Präsident die Wertschätzung, die sein Verband genießt. „Weiter so“, lobte nicht nur Staatssekretärin Melanie Huml in Vertretung von Schirmherrn Horst Seehofer die Leistungen des NBMB.

Am zweiten Feier-Tag gab es in der Konzerthalle teilweise fast kein Durchkommen mehr, so viele Besucher lauschten der Blasmusik, die an allen Ecken und Enden erklang. Die Bandbreite reichte vom Saxophonensemble bis zum Bezirks(auswahl)orchester, von der Seniorenkapelle bis zur Bläserklasse. Wie heute Nachwuchs gewonnen wird, zeigte der Vorsitzende der 20 Jahre „alten“ Nordbayerischen Bläserjugend, Stephan Wolbert, unter anderem mit dem Projekt wim – wir musizieren – an der Grundschule Unterpleichfeld.

Die Kleinen kamen ohnehin ganz groß auf ihre Kosten mit verschiedenen Spiel- und Bastelstationen und den viel umjubelten Auftritten von Pierre Ruby und seiner Nilpferddame Amanda, die allerhand freche Sprüche zum besten gab und das Publikum gekonnt auf den Arm nahm. Am Vormittag hatte dem perfekt organisierten Fest der Bayerische Rundfunk die Ehre gegeben und Stephan Ametsbichlers „Bayern 1 Blasmusik“ direkt aus Bamberg übertragen. Zum Ausklang des „großartigen Familienfests“ (Ländner) spielte das Kreisorchester Bamberg, das bereits die Festmesse mit Weihbischof Werner Radspieler umrahmt hatte.

Die Ergebnisse der Wettbewerbe:

CISM-Wettbewerb:

Höchststufe: 1. Bläserphilharmonie Regensburg mit ausgezeichnetem Erfolg, 2. Musikverein Unterpleichfeld mit sehr gutem Erfolg, 3. Musikverein Forchheim-Buckenhofen mit sehr gutem Erfolg.
Oberstufe: 1. Jugendblasorchester der Stadt Stein mit ausgezeichnetem Erfolg 2. Musikkapelle Lengfurt mit ausgezeichnetem Erfolg, 3. Musikverein Hallstadt mit sehr gutem Erfolg, 4. Jugendorchester Küps mit sehr gutem Erfolg, 5. Musikverein Grafenrheinfeld mit sehr gutem Erfolg, 6. Stadtkapelle Heilsbronn mit gutem Erfolg.
Mittelstufe: 1. Jugendblasorchester Kürnachtal mit ausgezeichnetem Erfolg, 2. Musikverein Unterpleichfeld mit ausgezeichnetem Erfolg, 3. Kunstschule Prelouc mit ausgezeichnetem Erfolg, 4. Jugend- und Trachtenkapelle Neunkirchen am Brand mit sehr gutem Erfolg, 5. Stadtkapelle Eltmann mit gutem Erfolg.
Der CISM Globe Prize in Gold ging an das Jugendblasorchester Kürnachtal, in Silber an das Jugendblasorchester Unterpleichfeld und in Bronze an das Jugendblasorchester der Stadt Stein und die Bläserphilharmonie Regensburg.

Böhmisch-mährisch:

Stufe C – schwer: 1. Don Bosco Musikanten Bamberg mit ausgezeichnetem Erfolg, 2. Musikverein Ludwigschorgast mit sehr gutem Erfolg, 3. Musikkapelle Gelchsheim mit sehr gutem Erfolg.
Stufe B – mittel: 1. Blaskapelle Virnsberg mit sehr gutem Erfolg, 2. Musikgemeinschaft Baldersheim-Burgerroth und Jugendblaskapelle St. Martin Deuerling jeweils mit sehr gutem Erfolg, 3. Roßfelder Musikanten, 4. Blaskapelle Üchtelhausen.
Stufe A – leicht: 1. Musikverein „Edelweiß“ Mernes mit sehr gutem Erfolg, 2. Jugendblaskapelle Burgwindheim mit gutem Erfolg, 3. Musikverein Johannisthal mit gutem Erfolg.
Die Sonderpreise der VR-Bank Bamberg gingen an die Don Bosco Musikanten Bamberg und den Musikverein Hallstadt.

Von: Daniela Hollrotter, Pressereferentin des NBMB, 29.10.2012