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Nordbayerische Bläserjugend e.V. bringt aktives Musizieren in die Grundschule
Kooperationsprojekt „WIM – Wir musizieren" schließt die Lücke zwischen Elementarbereich und dem Instrumentalunterricht

Die demographischen Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland zeigen einen deutlichen Rückgang der Bevölkerungszahl. Dabei erhöht sich der Anteil der älteren Bundesbürger kontinuierlich. Steigende Lebenserwartung und geringe Geburtenzahlen hinterlassen Spuren in der Alterspyramide und stellen diese allmählich auf den Kopf. Zahlreiche Musikvereine bekommen die demographischen Veränderungen in unserer Gesellschaft zu spüren und plagen sich mit der Sorge um instrumentalen Nachwuchs in den eigenen Orchesterreihen.

Ein neues Projekt der Nordbayerischen Bläserjugend soll alle Kinder mit Musik in Berührung bringen und der Nachwuchssorge in den Musikvereinen entgegenwirken. Außerdem zwingen neue Herausforderungen in der Bildungslandschaft zum Handeln. Die Einführung der offenen Ganztagsschule in naher Zukunft veranlasst viele Musikinstitutionen, wie z.B. Musikverbände, Musikschulen, Musik- und Gesangsvereine zu Kooperationen mit allgemeinbildenden Schulen, um musikinteressierte Kinder zu erreichen.

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Grundschulen in Nordbayern führt die Nordbayerische Bläserjugend e.V. seit Februar 2010 das Kooperationsprojekt WIM – Wir musizieren durch. Die Gesamtkonzeption des WIM-Projektes ist so angelegt, dass ausnahmslos alle Kinder, die das erste und zweite Schuljahr besuchen, kostenfreien musikpraktischen Unterricht in der Grundschule erhalten. Der Unterricht wird im sogenannten „Tandem“ mit der gesamten Grundschulklasse im Rahmen des regulären Unterrichtes durchgeführt - eine Grundschullehrkraft und eine externe Musikfachkraft gestalten den Unterricht gemeinsam. Für die externe Musikfachkraft ist ein abgeschlossenes Studium der Elementaren Musikpädagogik (EMP) vorgesehen.

Im Rahmen der Instrumentenvorstellung von Blas-, Streich- und Tasteninstrumenten werden zusätzliche Instrumental-Lehrkräfte eingesetzt, die auch vor Ort unterrichten, um den Schülerinnen und Schülern instrumentenspezifische Aspekte zu erläutern. Der WIM-Unterricht startet im zweiten Schulhalbjahr der ersten Klasse. Er erstreckt sich auf drei Schulhalbjahre bis zum Ende der zweiten Klasse und wird mit einer Unterrichtsstunde pro Woche durchgeführt. Nach diesen 18 Monaten WIM-Unterricht ist eine Basis bei den Kindern vorhanden, auf der die weiterführende musikalische Bildung in Form von Sing- und Instrumentalklassen oder Gruppen- bzw. Individual-Unterricht aufbauen kann.

Der praxisorientierte WIM-Unterricht ermöglicht den Schülern eine vielfältige grundlegende Begegnung mit Musik. Ausgehend von einem ganzheitlichen Ansatz werden allgemeine Lernbereiche (Wahrnehmung mit allen Sinnen, emotionales Erleben, motorisches Agieren, kognitives Verstehen, Sammeln von sozialen Erfahrungen in der Gruppe) mit musikspezifischen Handlungsfeldern (Stimme, Bewegung und Tanz, Instrumentenspiel und Musik hören) verknüpft. Im Mittelpunkt dieser Ausbildung steht das gemeinsame aktive Musizieren, das auf lebendige, kreative und lustvolle Art und Weise den Schülerinnen und Schülern nahegebracht wird – sie machen, erfinden, erleben und verstehen Musik im WIM-Unterricht.

Die Nordbayerische Bläserjugend e.V. konnte im Rahmen der WIM-Vorbereitungen die Schuh Verlag GmbH für die Erarbeitung eines Unterrichtskonzeptes gewinnen, um sowohl der WIM- als auch der Grundschullehrkraft einen inhaltlichen Leitfaden zu geben. Das Autorenteam bestehend aus Karin Schuh, Iso Richter und Uwe Schuh entwickelte ein „grundschulfreundliches“ Konzept mit einem fortlaufend strukturierten Aufbau, das den Lehrkräften ausreichend Raum für individuelle Planung lässt. Auf diese Weise erleben die Schülerinnen und Schüler eine ganzheitliche Musikerziehung, in der alle Elemente harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Das ist für die Schüler-Tandemlehrer-Beziehung ebenso wichtig wie für die erfolgreiche Zusammenarbeit der Kooperationspartner. Im Verlauf der Pilotphase soll das WIM-Konzept erprobt und weiterentwickelt werden.

Die Bedeutung des WIM-Projektes zeigt sich vor allem in der positiven Wirkung für alle Beteiligten. Auf der einen Seite entwickelt aktives Musizieren und Singen die musikalisch-ästhetischen Anlagen, Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler, das zu einer positiven, ganzheitlichen Entwicklung und erfolgreichem Lernen beiträgt. Andererseits stellt WIM ein interessantes Unterrichtsangebot für alle ausbildenden Musikvereine dar, weil es die Lücke zwischen Elementar- und Instrumentalbereich schließt und einen gelungenen Übergang zum Instrumentalunterricht darstellt. Die Kinder werden durch WIM für die aktive Beschäftigung mit Musik motiviert und animiert zugunsten der Musikvereine.

Das WIM-Projekt wird fachlich und organisatorisch durch die neue Bildungsreferentin der Nordbayerischen Bläserjugend Maxi Morgenroth betreut. Maxi Morgenroth ist Diplommusiklehrerin für Elementare Musikpädagogik und Querflöte und leitet selbst ein eigenes WIM-Pilotprojekt. Zusammen mit allen Beteiligten wird sie „WIM“ gemeinsam evaluieren und möglichst optimal auf die Organisationsstrukturen von Musikvereinen, Musik- und Grundschulen ausrichten.

Für das kommende Schuljahr 2010/2011 ist der Start von weiteren WIM-Projekten geplant. Interessierte Musikvereine und Musikschulen können sich bereits vormerken lassen.

Kontakt:
Nordbayerische Bläserjugend e.V.
c/o Maxi Morgenroth
An der Spielleite 12, 97294 Unterpleichfeld
Tel. 09367 / 988 689 – 5 • Fax 09367 / 988 689 - 9
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