Skip to main content

Inklusion in der Nordbayerischen Bläserjugend

Umfrage zur aktuellen Umsetzung von Inklusion im Nordbayerischen Musikbund und der Nordbayerischen Bläserjugend

Der Nordbayerische Musikbund und die Nordbayerische Bläserjugend setzen sich bereits seit mehreren Jahren mit der Umsetzung von Inklusion im Verband auseinander. Um einen aktuellen Überblick zu bekommen, wie viele Musiker mit einer Beeinträchtigung bereits in einem Mitgliedsverein aktiv tätig sind, wurde 2015 ein Fragebogen zum Thema Inklusion an alle Vereine verschickt. Durch die Befragung sollte außerdem ermittelt werden, welchen Bedarf die Vereine zum Thema Inklusion sehen. Die Befragung wurde im Rahmen der Bachelorarbeit von Julia Schuster, Studentin der angewandten Sozial- und Gesundheitswissenschaften in Regensburg, durchgeführt.

Von den ca. 900 verschickten Fragebögen wurden insgesamt 105 Fragebögen ausgefüllt zurückgesandt. Die Ergebnisse repräsentieren somit über 5100 Musiker, die Mitglied in einem der beiden Verbände sind. Aus der Befragung geht hervor, dass aktuell 25% der Musikvereine, die sich rückmeldeten, Mitglieder mit einer Beeinträchtigung haben. Die Art der Beeinträchtigung ist in den meisten Fällen körperlich (63%), 24% haben eine geistige und 13% eine psychische Beeinträchtigung. Ein Großteil dieser Musiker (48%) ist im großen Blasorchester aktiv.

Erfreulich zu hören ist, dass die Zusammenarbeit mit Musikern mit einer Beeinträchtigung von den Vereinen, die Erfahrungen mit solchen Mitgliedern haben, meistens als sehr bzw. eher unkompliziert beschrieben wird (79%). Vorteile wurden vor allem in der sozialen Bereicherung gesehen, aber auch musikalische Vorteile wurden genannt.

Als größtes Hindernis für die Umsetzung von Inklusion wurden bauliche Barrieren aufgeführt, welche 68% der befragten Vereine nannten. Des Weiteren stehen vor allem Berührungsängste, mangelndes Wissen und fehlende Ressourcen sowie mögliche Überforderung der Umsetzung von Inklusion im Weg. Deutlich wurde auch, dass nur wenige Vereine einen aktuellen Bedarf für die Umsetzung des Themas Inklusion im Verband sehen. Dies wird damit begründet, dass es bisher noch keine Anfragen auf Mitgliedschaft von Menschen mit Beeinträchtigung gab. Diese Aussage ist jedoch kritisch zu betrachten: Denn Inklusionsprozesse gehen nicht allein von Menschen mit einer Beeinträchtigung aus. Vereine, die sich aktiv für die Beteiligung von Menschen mit Behinderung einsetzen, wie beispielsweise der Musikverein Wackersdorf-Steinberg am See unter der musikalischen Leitung von Agnes Meier, haben einen vergleichsweise hohen Anteil an musizierenden Mitgliedern mit Beeinträchtigung. Durch eine größere Offenheit und Bereitschaft von Seiten der Vereine werden mehr Menschen mit einer Beeinträchtigung angesprochen, sich aktiv zu beteiligen. Somit kann erst der tatsächliche Bedarf festgestellt werden.

Nachteilsausgleich bei D1- und D2-Prüfungen

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung hat im Nordbayerischen Musikbund und der Nordbayerischen Bläserjugend einen hohen Stellenwert.

Um auch bei den D-Prüfungen gleiche Chancen für Menschen mit und ohne Behinderung gewährleisten zu können, gibt es nun neue Bestimmungen zur Umsetzung des Nachteilsausgleiches bei D1- und D2-Prüfungen.

Teilnehmende mit einer dauerhaften Behinderung können in der Geschäftsstelle der Nordbayerischen Bläserjugend einen Nachteilsausgleich beantragen.

Die UN-Konvention - Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung

Im Dezember 2006 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung verabschiedet. Ziel der UN-Konvention ist es, ihnen die Teilhabe an allen gesellschaftlichen Prozessen zu garantieren. Dieses Menschenrecht in den Alltag umzusetzen, ist nun Aufgabe der UN-Mitgliedsstaaten: Seit März 2007 sind sie dazu aufgerufen, den Vertrag zu unterschreiben und damit die Rechte von Menschen mit Behinderung durchzusetzen. Im März 2009 trat die Konvention in Deutschland in Kraft.

Quelle: Aktion Mensch

Wir machen mit!

Wir möchten unsere Verantwortung in Hinblick auf die Umsetzung der Konvention ernst nehmen und sehen dazu vor allem Anknüpfungspunkte in Artikel 30. Hier geht es u.a. um die Teilhabe aller Menschen an kulturellen Angeboten. Durch die Öffnung unserer Verbands- und Vereinsstrukturen möchten wir den generellen Zugang zu Kultur ermöglichen. Im Speziellen möchten wir Menschen mit und ohne eine Behinderung die Möglichkeit geben, sich ehrenamtlich zu engagieren. Das eigene freiwillige Engagement stärkt die Menschen in ihren Fähigkeiten und fördert oder aktiviert ihre Kompetenzen. Das Engagement führt zur gesellschaftlichen Teilhabe in Richtung einer inklusiven Gesellschaft. Dazu möchten wir beitragen.