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Kinderschutz - ein Thema für Vereine?

Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiges Thema für alle Vereine und Organisationen, in denen sich junge Menschen aufhalten. Damit sich die jungen Musikerinnen und Musiker in den Vereinen gut aufgehoben fühlen, ist es wichtig, geeignete Präventionsmaßnahmen zu etablieren und sich mit dem Thema Kindeswohlgefährdung auseinanderzusetzen. Die folgenden Materialien geben Anregungen, wie das Thema im Vereinsleben einen Platz finden kann.

Kein Raum für Missbrauch

Die Nordbayerische Bläserjugend ist offizieller Partner der Kampagne “Kein Raum für Missbrauch” des unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Missbrauchs.

Durch die Kampagne erfährt die Nordbayerische Bläserjugend hilfreiche Unterstützung bei diesem Thema und ist so gut für die Beratung der Vereine und Schulung der Jugendleitungen gerüstet.

Nähere Informationen zur Kampagne gibt es hier.

Unterstützung für Vereine

Wir helfen weiter...

Bei allen Fragen oder Unklarheiten zu diesem Thema, können sich die Vereine gerne an uns wenden. Wir beraten zu diesem Thema und leiten bei Bedarf an entsprechende Stellen weiter.

Kontakt
Nordbayerische Bläserjugend e.V.
An der Spielleite 12
97294 Unterpleichfeld

09367 / 988 689 – 5

Unterstützung für betroffene Personen

Vertrauensperson für Prävention und Kinderschutz

Bei Vorfällen sexueller Gewalt ist ein sensibler Umgang besonders wichtig. Den Betroffenen fällt es häufig nicht leicht, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Meist ist es einfacher, sich an eine Person zu wenden, die man persönlich nicht kennt und der die Strukturen und Mitglieder des Verbandes oder des Vereines nicht vertraut sind.
Um diese Anonymität zu gewährleisten, haben wir eine externe Vertrauensperson für unseren Verband.

Mit Christine Wunderl haben wir eine kompetente Ansprechpartnerin für das Thema „Prävention und Kinderschutz“ im Nordbayerischen Musikbund und in der Nordbayerischen Bläserjugend gewonnen. Frau Wunderl ist studierte Sozialpädagogin und hat verschiedene therapeutische Zusatzausbildungen absolviert. Nach ihrem Studium arbeitete sie für mehrere Jahre im Jugendamt, bis sie 2009 in den Bereich der Ehe-, Partnerschafts- und Lebensberatung wechselte. Zusätzlich hat sie eine eigene therapeutische Praxis.
Durch ihre Arbeit als Therapeutin sind ihr das Thema „Sexuelle Gewalt“ und der Umgang mit betroffenen Personen vertraut. Für den Nordbayerischen Musikbund und die Nordbayerische Bläserjugend steht sie ab sofort als externe Ansprech- und Vertrauensperson zur Verfügung.

Dieses Angebot richtet sich an Personen, die sexuelle Übergriffe erlebt haben, darüber sprechen oder sich Unterstützung holen möchten. Aber auch Personen, die sich unsicher sind bezüglich erlebter oder beobachteter Situationen, können sich an Frau Wunderl wenden.
Frau Wunderl unterliegt in ihrer Arbeit der Schweigepflicht – vertrauliche Informationen werden also nicht an Dritte (z.B. Vereinsvorsitzende oder die Geschäftsstelle) weitergegeben.

Kontakt
Christine Wunderl
Externe Vertrauensperson zum Thema Prävention und Kinderschutz

08141 – 4045135

Präventionsmaßnahmen unseres Verbandes

Selbstverpflichtungserklärungen - ein wirksames Instrument

Die Selbstverpflichtungserklärungen sind ein wirksames Instrument, um sich als Verein – gemeinsam mit seinen in der Jugendarbeit tätigen Ehrenamtlichen – gegen Gewalt und für Kinderschutz auszusprechen. Der Verein macht gemeinsam mit seinen Mitgliedern deutlich, dass sie sich um präventive Strukturen bemühen. Diese Erklärung kann zum Beispiel von allen Vereinsmitgliedern unterzeichnet und im Proberaum aufgehängt werden. So signalisiert sie auch den Eltern, dass sich ihre Kinder in einem Verein befinden, der den Schutz der jungen Mitglieder ganz groß schreibt.

Die Nordbayerische Bläserjugend empfiehlt allen Vereinen und Ehrenamtlichen, die in intensivem Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen, eine solche Selbstverpflichtungserklärung zu unterzeichnen.

Es gibt eine Erklärung für den Verein selbst, die bspw. als klares Zeichen im Proberaum aufgehängt werden kann. Weiterhin gibt es eine Erklärung für alle Verantwortlichen im Verein, die für die Unterlagen der Vorsitzenden gedacht sind.
Die Selbstverpflichtungserklärungen verbleiben nach der Unterzeichnung im Verein.

Handlungsgrundsätze für Dozentinnen und Dozenten

Sowohl der Vorstand des Nordbayerischen Musikbundes als auch unsere Verbandsjugendleitung haben gemeinsam Handlungsgrundsätze erarbeitet und beschlossen, dass diese zukünftig die Basis für alle Angebote bilden, die von der Verbandsebene veranstaltet und durchgeführt werden. Die Handlungsgrundsätze gelten verbindlich für alle haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, DozentenInnen, Honorarfachkräfte und FunktionärInnen. Die Zielgruppe der Handlungsgrundsätze beschränkt sich nicht nur auf Kinder und Jugendliche, sondern auf alle Menschen – mit und ohne Behinderung und unabhängig von deren Herkunft, Hautfarbe, Kultur, Sprache oder Religion.

Nur wer die Handlungsgrundsätze durch seine Unterschrift unterstützt und ein Führungszeugnis vorlegt, kann in unseren Verbänden künftig tätig werden. Wer in einer der genannten Funktionen im Verband Aufgaben übernimmt, wird von der Geschäftsstelle mit der Bitte angeschrieben, die Grundsätze zu unterschreiben und das Führungszeugnis vorzulegen.

Die Handlungsgrundsätze

1. Allgemeine Grundsätze

1.1 Die persönliche Würde, die Privatsphäre und die Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen werden von allen respektiert. Der Umgang untereinander ist von gegenseitiger Anerkennung und Aufrichtigkeit geprägt. Die Verantwortlichen nehmen dabei eine Vorbildfunktion ein. Der Nordbayerische Musikbund und die Nordbayerische Bläserjugend stehen für Teamgeist, Toleranz, Zuverlässigkeit, Vertrauen und Transparenz und handeln nach pädagogischen Wertvorstellungen.

1.2 Der Nordbayerische Musikbund und die Nordbayerische Bläserjugend sind bestrebt, die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen vor körperlichem und seelischem Schaden, vor Missbrauch und Gewalt zu schützen.

2. Umgang mit Suchtmitteln

2.1 Übermäßiger Konsum legaler Suchtmittel wie z.B. Alkohol verletzt die Vorbildfunktion, beeinträchtigt die Sicherheit und die Leistungsfähigkeit. Den Verantwortlichen muss bewusst sein, dass sie Vertreter des Nordbayerischen Musikbundes bzw. der Nordbayerischen Bläserjugend sind und deren Grundsätze repräsentieren. Der Nordbayerische Musikbund und die Nordbayerische Bläserjugend beachten die Regelungen des Kinder- und Jugendschutzes.

2.2 Der Konsum illegaler Suchtmittel/Drogen ist strikt untersagt.

3. Mittendrin statt nur dabei – gelebte Inklusion und Integration im Verband

Das Vereins- und Verbandsleben ist von kultureller Vielfalt geprägt. Der Nordbayerische Musikbund und die Nordbayerische Bläserjugend sind offen für alle Menschen – mit und ohne Behinderung – und unabhängig von deren Herkunft, Hautfarbe, Kultur, Sprache oder Religion. Sie respektieren die individuellen Ressourcen, Kompetenzen und Talente aller Mitglieder. Die Verbände gestalten ihre Angebote derart, dass alle Interessierten teilhaben können. Alle Mitglieder sollen die Gemeinschaft aktiv mitgestalten können.

4. Prävention vor Gewalt

4.1 Kindern, Jugendlichen und allen Mitgliedern wird ein geschütztes Umfeld, frei von abwertendem, diskriminierendem Verhalten geboten, in dem sie sich frei entfalten können. Dabei wird die Privatsphäre von Kindern und Jugendlichen respektiert und verantwortungsvoll mit dem Vertrauensverhältnis sowie dem Spannungsfeld von Nähe und Distanz umgegangen. Sexuelle Handlungen jeglicher Art mit Schutzbefohlenen und Anwendung von Gewalt sind untersagt.

4.2 Bei den anvertrauten Kindern und Jugendlichen werden ein gesundes Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung gefördert. Denn: „Starke Kinder und Jugendliche“ können nein sagen und sind weniger gefährdet.

5. Konsequenzen bei Verstößen und Grenzverletzungen

Verstöße und Grenzverletzungen werden durch den Nordbayerischen Musikbund bzw. die Nordbayerische Bläserjugend offen gelegt und gegebenenfalls zur Anzeige gebracht. Zudem werden verbandsinterne Maßnahmen eingeleitet, die u.U. zur Enthebung von Ämtern und Verbandstätigkeiten führen können.

6. Grundlagen

Grundlage der Handlungsgrundsätze bilden die Satzungen des Nordbayerischen Musikbundes und der Nordbayerischen Bläserjugend sowie folgende Gesetze: SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfegesetz / StGB zur sexuellen Selbstbestimmung / Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Broschüre "An alles gedacht"

Wie sieht eine Anmeldung aus? Dürfen Teilnehmern Medikamente gegeben werden? Wie finde ich die richtige Unterkunft? Was muss ich in Sachen Aufsichtspflicht beachten? Welche Präventionsmaßnahmen können etabliert werden, um Kinder und Jugendliche vor Gewalt zu schützen? Der Leitfaden gibt Antworten auf viele Fragen rund um das Thema Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen und ist damit ein wirksames Präventionsmittel.

Die Broschüre kann im Shop bestellt oder hier heruntergeladen werden.

Jugendleiterseminar

Im Rahmen des Jugendleiterseminars wird auch das Thema Prävention aufgegriffen. Den Teilnehmenden werden dabei die wichtigsten Zahlen und Fakten vermittelt. Außerdem werden Fallbeispiele bearbeitet. Weiterhin geht es um Kinderrechte und deren Umsetzung in Deutschland. Die Einheit auf dem Seminar dient der Sensibilisierung und soll den Teilnehmenden ein Stück mehr Handlungssicherheit vermitteln und Tipps für die Arbeit im Verein mitgegeben.

PRäTECT - Prävention sexueller Gewalt in der Jugendarbeit

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet der Bayerische Jugendring daran, Mädchen und Jungen möglichst wirkungsvoll vor sexueller Gewalt zu schützen. Prätect stellt dafür u.a. folgende Angebote zur Verfügung: Informationen, Arbeitsmaterialien und Praxishilfen, Infoveranstaltungen, Schulungen und Tagungen zum Thema, aber auch Individuelle Beratung zu möglichen Schutzmaßnahmen in Organisationen der Jugendarbeit.

Die Nordbayerische Bläserjugend arbeitet (bei Bedarf) eng mit der Beratungsstelle von PRäTECT zusammen. Durch die Teilnahme an Vernetzungstreffen, zu denen auch andere Jugendverbände kommen, findet ein reger Austausch statt. Dadurch ergeben sich neue Anregungen und Projekte für unseren Verband.

Präventionskonzept des Verbandes

Alle Präventionsmaßnahmen sind Teil des Präventionskonzeptes, das gerade neu aufgebaut und stets weiterentwickelt wird. Ziel des Konzeptes ist das Festhalten von Maßnahmen, Projekten und Aktionen, die den Schutz vor Gewalt innerhalb unseres Verbandes weiter vorantreiben sollen.
Das Konzept enthält folgende Bereiche, mit denen und durch die ein größerer Schutz geboten sein soll:

  • Fortbildungen
  • Infomaterial
  • Beschwerdemanagement
  • Einstellungsverfahren von MitarbeiterInnen
  • Leitbild
  • Partizipation

Während in einigen Bereichen (Fortbildungen z.B. Jugendleiterseminar, Kongress / Infomaterial z.B. Broschüre, Selbstverpflichtungserklärungen / Einstellungsverfahren z.B. Handlungsgrundsätze, Führungszeugnisse) durchaus schon Maßnahmen etabliert sind, müssen andere Bereiche noch weiter ausgebaut werden (Fortbildungen, Beschwerdemanagement, Partizipation).

Neben den hier bereits genannten Maßnahmen sind deshalb weitere Maßnahmen in Planung, darunter eine Präventionsschulung für Dirigentinnen und Dirigenten, die Benennung eines Präventionsbeauftragten, ein Merkblatt für Verantwortliche mit den wichtigsten Präventionsmaßnahmen bei Veranstaltungen, sowie die Vorlage eines Leitbildes für Musikvereine. Sobald es diesbezüglich Neuigkeiten gibt, werden diese hier veröffentlicht.

Downloads & Links

Informationen zum Umgang mit dem Bundeskinderschutzgesetz

Die Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes ist nach wie vor in vielen Vereinen ein schwieriges Thema.

Der Präsident des Nordbayerischen Musikbundes Manfred Ländner geht in einem aktuellen Schreiben an alle Mitgliedsvereine auf den aktuellen Stand ein und spricht Handlungsempfehlungen aus. Das Schreiben kann hier auch herunter geladen werden.

Weiterführende Aspekte des Bundeskinderschutzgesetzes

  • Personen, die nach bestimmten Straftaten verurteilt wurden, dürfen nicht mit Aufgaben der Kinder- und Jugendarbeit betraut werden. Die Auflistung gibt Auskunft über die ausschließenden Straftatbestände.
  • Ehrenamtliche, die zur Vorlage eines Führungszeugnisses verpflichtet sind, können unter Umständen von der Gebühr in Höhe von 13,00 Euro für das Führungszeugnis befreit werden. Nähere Informationen zur Gebührenbefreiung gibt das Merkblatt des Bundesamtes für Justiz

Weitere Informationen anderer Plattformen

Handlungsempfehlungen vom bay. Landesjugendamt zum Umgang mit dem BKiSchG

Broschüre Verantwortungsvoll für starke Persönlichkeiten von der Deutschen Bläserjugend

Arbeitshilfe Führungszeugnisse bei Ehrenamtlichen des Deutschen Bundesjugendrings