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Der ehrenamtliche Vorstand der Nordbayerischen Bläserjugend

Die Verbandsjugendleitung stellt sich vor...

Ihr wollt wissen, wer die Mitglieder der Verbandsjugendleitung sind, was für Werte sie vertreten und welche Ziele sie verfolgen?
Hier stellen sie sich euch vor.

Roland Preußl

Verbandsjugendleiter

Tulpenring 9
93155 Hemau

Markus Islinger

Stellv. Verbandsjugendleiter

Am Birkenfeld 14
93170 Bernhardswald

Alexandra Gottwald

Mitglied der Verbandsjugendleitung

Loher Sonnenleite 8
90579 Langenzenn

Simon Scheiring

Mitglied der Verbandsjugendleitung

Von-Wildenfelsstr. 23
90579 Langenzenn

Sophie Friedemann

Mitglied der Verbandsjugendleitung

Daniela Lang

Mitglied der Verbandsjugendleitung

Rosengarten 37
97253 Gaukönigshofen

Annika Kirchner

Mitglied der Verbandsjugendleitung

Rhönstraße 48
97705 Burkardroth

Interview mit Stefan Wolbert und Roland Preußl

Kurz nach der Wahl der neuen Verbandsjugendleitung der Nordbayerischen Bläserjugend e.V. hat die Bayerische Blasmusik ein Doppel-Interview mit dem bisherigen Verbandsjugendleiter Stefan Wolbert (links im Bild) und dem neu gewählten Verbandsjugendleiter Roland Preußl durchgeführt.
Das Interview wird in der 03/2017-Ausgabe der Bayerischen Blasmusik erscheinen und kann schon jetzt hier nachgelesen werden.

1. Herr Wolbert, nach 22 Jahren haben Sie die Leitung der Nordbayerischen Bläserjugend abgegeben. Was überwiegt: Das lachende Auge oder das weinende? Was hat Sie letztlich zu Ihrem Entschluss gebracht, nicht mehr für den Vorsitz in der Nordbayerischen Bläserjugend zu kandidieren?
Es überwiegt völlig zurecht das lachende Auge, denn es ist mir gelungen, einen aktiven und starken Jugendverband, voller Leben und Power, an einen kompetenten und hoch engagierten Nachfolger zu übergeben. Klar hänge ich an all dem, was ich gemeinsam mit vielen Wegbegleitern aufbauen und weiterentwickeln durfte. Daraus erwächst aber gleichzeitig die Verpflichtung nicht zu klammern, sondern Andere mit der Begeisterung anzustecken. An diese tollen Menschen übergebe ich nun die Zukunft der Nordbayerischen Bläserjugend. Natürlich spielte bei meiner Entscheidung die Tatsache eine Rolle, dass ich zwischenzeitlich auch Kreisrat, Schulreferent und Schulleiter einer Realschule geworden bin. Die große Leidenschaft für die Bläserjugend kollidierte in den letzten Jahren deswegen immer wieder mit beruflichen oder anderen ehrenamtlichen Verpflichtungen. Dank der Unterstützung aus der Geschäftsstelle konnte ich dennoch weiterhin, Rückgrad, Ideengeber und Sprachrohr der Bläserjugend bleiben. Das verbleibende, gelegentlich weinende Auge, schulde ich den vielen Freundschaften, die über die Bläserjugend entstanden sind. Auf meinen Wunsch hin, wurde deshalb ein Bläserjugend-Beirat installiert, in dem sich zukünftig ehemalige Jugendfunktionäre vernetzen, informieren und austauschen.

2. Was sind die größten Errungenschaften der Nordbayerischen Bläserjugend unter Ihrer Ägide? Worauf sind Sie besonders stolz? Worauf blicken Sie besonders gern zurück?
Ich hatte als Verbandsjugendleiter die wunderbare Gelegenheit, einen Jugendverband aus der Taufe zu heben und als Verantwortlicher zu gestalten. So macht es natürlich nach über zwei Jahrzehnten mächtig stolz zu sehen, was aus der anfänglich nicht ganz unumstrittenen Idee geworden ist. Denn heute ist die Bläserjugend starker Partner in der großen Familie des bayerischen Jugendrings und wird innerhalb der deutschen Musikverbände als Keimzelle für besonders innovative und gesellschaftlich wichtige Schwerpunkte moderner Jugendarbeit geschätzt. Mit viel Freude erinnere ich mich natürlich an die zahlreichen Jugendfreizeiten. Wir waren Skifahren und Zelten, sind geklettert, geradelt, gewandert und gesegelt – natürlich immer mit den Instrumenten im Gepäck. Wir besuchten Musicals und Konzerte, oder gestalteten einige große Musikfeste maßgeblich mit. Unsere Ausbildungskonzepte ermöglichen heute musikalische Laufbahnen im NBMB von der Elementaren Musikpädagogik bis zu den Auswahlorchestern. Zu Meilensteinen wurden aber sicherlich der Schritt in die Eigenständigkeit, die Gründung einer hauptamtlichen Geschäftsstelle und die Etablierung der Bläserklassen in Bayern. Letztere wurde wohl zum wertvollsten und tiefsten Fußabdruck meiner Amtszeit.

3. Was hätten Sie gern noch angeschoben bzw. abgeschlossen? Bleiben Sie der Nordbayerischen Bläserjugend und/oder dem NBMB erhalten?
Die Nordbayerische Bläserjugend befindet sich seit ihrer Gründung vor 25 Jahren in einem Prozess. Innerhalb dieser Entwicklung habe ich sicher Vieles angeschoben und abgeschlossen. Nach mir werden das jetzt Andere tun. Die grundsätzliche Richtung und das zukünftige Aufgabenfeld stehen jedoch schon lange fest und wurden längst gemeinsam mit mir, meinem Nachfolger und der Geschäftsstelle auf den Weg gebracht. Für meine Amtszeit bleibt deshalb nichts offen, was nicht schon längst durch neue Personen für die Zukunft Fahrt auf nimmt.
Ich persönlich werde gerne im Bläserjugend-Beirat sein, stehe aber vorerst als Funktionär im Musikbund nicht zur Verfügung.

4. Was geben Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg?
Roland Preußl, ist für mich der ideale Kandidat für die Bläserjugend der Zukunft. Mit seiner hohen Kompetenz und seiner musikalischen, pädagogischen und theologischen Vorprägung wird er ein glaubwürdiger und vielseitig akzeptierter Verbandsjugendleiter für unsere fachlichen- und überfachlichen Aufgaben sein. Roland ist keiner, der an dieser Stelle von mir einen weisen Rat benötigt. Ich möchte ihm aber den Wusch mit auf den Weg geben, dass ihn dieses neue Amt ebenso mit Freude und Erfüllung begleitet, wie ich das all die Jahre erleben durfte.

5. Herr Preußl, haben Sie eine To-Do-Liste von Stefan Wolbert bekommen?
Stefan Wolbert und ich kennen und schätzen uns ja bereits seit vielen Jahren. Von daher sind Gespräche – persönlich oder am Telefon – wohl wichtiger als eine To-Do-Liste, die diesen großen Verband mit seinen fast 28.000 Mitgliedern wohl eh nicht gerecht werden könnte. Natürlich werden wir auch viele der anstehenden Aufgaben gemeinsam beraten und besprechen. Hierfür haben wir bei unserer Jugendvertreterversammlung ganz neu einen Beirat konstitutionell geschaffen und es freut mich, wenn Stefan Wolbert und andere Kompetenzträger – die ja die Bläserjugend mit aufgebaut haben – dort aktiv vertreten sind. Zudem ist mit dem Geschäftsführer Andreas Kleinhenz, der Bildungsreferentin Monika Horn und der Mitarbeiterin Silke Wald in unserer Geschäftsstelle ein tolles Team am Start, das mich und die gesamte Verbandsjugendleitung bei unseren Aufgaben in kompetenter Weise unterstützt.

6. Sie können auf einen sehr vielseitigen Lebenslauf verweisen. Erzählen Sie ein bisschen von sich selbst – wo kommen Sie her, was machen Sie, wenn Sie gerade einmal nicht die Nordbayerische Bläserjugend leiten?
Vielleicht ist es ein Treppenwitz der Geschichte, dass ich wie der – leider schon verstorbene – Ehrenpräsident des NBMB Adolf Eichenseer aus dem verschlafenen Markt Schmidmühlen in der Oberpfalz komme. Anscheinend kann dieser kleine Ort die Leidenschaft und das Feuer für Musik entfachen. Dort habe ich auch in der Blaskapelle St. Ägidius Klarinette und Saxophon gelernt und heute spiele ich – sofern es die Zeit erlaubt – in meinem Wohnort bei der Stadtkapelle in Hemau mit.
Beruflich bin ich als geschäftsführender Bildungsreferent bei der Katholischen Erwachsenenbildung in der Stadt Regensburg tätig und verantworte dort als Theologe und Philosoph ein Bildungsprogramm mit rund 1.400 Veranstaltungen im Kalenderjahr. Hier ist es mir ein großes Anliegen, dass wir zunehmend ein Bildungs-Programm für »alle Menschen« anbieten. Ganz besonders für die Menschen, die gesellschaftlich am Rand stehen, weil sie nicht so leistungsfähig, nicht so gesund oder sonst nicht in gesellschaftlich vorgegebene Raster passen.

7. Wo wollen Sie mit der Nordbayerischen Bläserjugend hin? Was sind Ihre ersten Projekte, bzw. welche Schwerpunkte wollen Sie sich selbst und Ihrem Team setzen? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in den kommenden Jahren? Wie Ihr Vorgänger Stefan Wolbert sind Sie im Bildungssektor tätig – bleibt die Bildung das wichtigste Aufgabengebiet der Nordbayerischen Bläserjugend?
»Team« ist hier vielleicht das Schlüsselwort. Denn ich bin ja kein Einzelkämpfer, sondern wir sind eine junge Verbandsjugendleitung mit vielen Personen, die ganz unterschiedliche Kompetenzen, Talente und Erfahrungen einbringen. Hinzu kommen noch die vielen aktiven Menschen in unseren Vereinen, Kreisen und Bezirken. Alle zusammen wissen wir viel mehr, als das einer alleine je könnte. Zudem müssen wir uns vor vorschnellen Antworten auf gesellschaftliche Entwicklungen hüten. Unsere Zeit neigt leider wieder zu Verkürzungen und zunehmend zu Populismus. Konkret bedeutet das für uns, das wir als Team zunächst ganz genau hinsehen werden, wer wir als Nordbayerische Bläserjugend heute überhaupt sind und sein wollen und wie wir das gute Verhältnis zum Erwachsenenverband – dem NBMB – weiter stärken und gegenseitig befruchten können. Zudem werden wir aber auch analysieren, wie sich Gesellschaft derzeit verändert und was unsere MusikerInnen und unsere Funktionäre vor Ort brauchen, um auch in Zukunft die Leidenschaft Musik in Gemeinschaft leben zu können. Wir müssen beispielsweise überlegen, was das für uns bedeutet, wenn die steigende Ökonomisierung viele Lebensbereiche umfasst und die Freizeit von vielen MusikerInnen immer mehr einschränkt. Aber auch die demographische Entwicklung und das Thema Migration werden in Zukunft verstärkt im Kontext unserer musikalischen und außermusikalischen Arbeit zu bedenken sein. Hierbei kann uns natürlich auch verbandliche Bildungsarbeit helfen, denn Bildung schafft Horizonte, erweitert die eigene Sicht und fördert Verständnis und Respekt für andere Menschen. Daher ist es richtig und wichtig, dass wir als Verband auch Partner im „Wertebündnis Bayern“ sind. Mir ist es ein Anliegen, dass wir – ganz im Sinne einer weitgedachten Inklusion – allen ermöglichen, dass sie aktiv bei uns in der Nordbayerischen Bläserjugend sein können.

8. Wie ist die Arbeit nach der Wahl angelaufen? Geht es „einfach weiter“, nachdem Sie ja auch bereits in der Verbandsjugendführung tätig waren? Oder muss sich das neue Führungsteam der Bläserjugend erst noch finden?
Wie bereits angesprochen, ist die Verbandsjugendleitung ja neu gewählt und es ist wichtig, dass wir uns zunächst kennenlernen. Hierzu werden wir uns zeitnah zu einer Klausur treffen. Außerdem wollen wir natürlich besonders auch die Funktionäre in unseren Vereinen, Kreisen und Bezirken einladen, sich mit Ideen für die Zukunft der Nordbayerischen Bläserjugend zu beteiligen. Hierzu sind wir u. a. gerade in der Vorbereitung von Bezirksjugendtagen. Diese Treffen, sollen eine Plattform des Austausches und des Kennenlernens aller derjenigen sein, die bei uns aktiv sind. Natürlich werden wir auch Bewährtes wie unsere neukonzipierten Jugendleiterseminare und unser MUSIKCAMP im Jahr 2017 wieder durchführen. Aber wie bereits betont ist es mir wichtig, dass wir uns noch besser vernetzen, dezentrale Arbeitsgruppen bilden und uns austauschen. Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen der Zukunft nicht nur bewältigen, sondern auch aktiv gestalten.
Vielleicht bringt es ein Zitat von Dom Hélder Câmara, einem verstorbenen Erzbischof aus Recife in Brasilien, auf den Punkt. Er sagte:

„Wenn einer einen Traum träumt, dann bleibt es nur ein Traum,
träumen viele ihn gemeinsam, dann ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“